
Geschichte der Firma Schlüter Traktoren:
Gründung und frühe Jahre
Die Firma Anton Schlüter wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet — häufig wird 1898 oder 1899 als Gründungsjahr genannt.
Ursprünglich war der Schwerpunkt die Fertigung von Benzin- und Vielstoffmotoren, nicht Traktoren.
Im Jahr 1911 erwarb das Unternehmen eine eigene Gießerei in Freising.
Kurz darauf wurde das Versuchszentrum „Schlüterhof“ gegründet bzw. als landtechnisches Versuchszentrum genutzt.
Einstieg in den Traktorenbau
Der Einstieg in den Bau von Traktoren erfolgte 1937.
Bereits 1939 entwickelte Schlüter gemeinsam mit der Firma Fritzmeier erste Abdeckungen (Verdecke) für Schlepper.
Aufgrund des Benzinmangels im Zweiten Weltkrieg produzierte Schlüter ab etwa 1942 auch Holzgasschlepper und entsprechende Holzgas-Elektroaggregate (mit Leistungen von 25 und 50 PS).
Im Verlauf des Krieges wurden die Werke in München und die Gießerei in Freising durch Bombenangriffe stark beschädigt bzw. zerstört.
Nachkriegszeit und Ausweitung
In den Nachkriegsjahren setzte Schlüter seine Produktion fort und brachte Modelle wie z. B. den Schlüter DSU heraus (gefertigt von 1947 bis 1948) mit Motoren vom Typ Schlüter EDU 25 / ED 25.
Ab 1964 fokussierte sich Schlüter zunehmend auf Großschlepper (Stärkere Traktoren).
In dieser Phase entstanden Baureihen wie „Super“ (bis zu ~ 280 PS) und der Super Trac mit vier gleich großen Rädern (Allrad).
Ein besonders bemerkenswertes Projekt war der Schlüter Profi Trac 5000 TVL, vorgestellt 1978. Theoretisch war er als Seriengerät ausgelegt, aber es wurde nur ein Exemplar gebaut.
Der Profi Trac 5000 TVL besitzt eine V12-Dieselmotoranlage (MAN D 2542 MTE) mit Zwillingsaufladung, Allradantrieb und mehrere Lenksysteme.


Ehemalige Schlüter-Werke in Freising, 2008
Niedergang und Ende der Produktion
In den späten 1980er / frühen 1990er Jahren geriet die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
1993 wurde das Werk in Freising geschlossen, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus umwelttechnischen Gründen.
Damit endete die Serienproduktion von Schlüter-Traktoren.
Als im Dezember 1993 das Werk in Freising schloss, wurde die Produktion des Euro Trac und in wenigen Fällen des Super Trac zur LandTechnik Schönebeck (LTS) (zur Zeit der Euro-Trac-Fertigung firmierte diese unter „Landtechnik Schlüter“) nach Schönebeck in Sachsen-Anhalt verlegt. Dort musste die Fertigung jedoch nach nur 32 produzierten Exemplaren eingestellt werden. Die Firma Egelseer in Fürth kaufte die übriggebliebenen Ersatzteile, aber auch Teilsätze für Schlüter Traktoren von der LandTechnik Schönebeck auf. So entstanden bis 2005 noch einige Eurotrac Systemschlepper sowie vereinzelt Standardschlepper des Typs Super und Compact.

Der Schlüter aus Freising wird 125
Der Schlüter ist ein gefragter Oldtimer, entsprechend hoch sind die Preise. Er wurde in Freising gebaut, doch 1993 schlossen die Schlüterwerke ihre Tore. Manche Landwirte nutzen den "Bären", so der Kosename, noch heute: zum Beispiel das Modell Eurotrack.
BR/Unser Land 2024